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 Nationalpark Plitvicer Seen 
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Beitrag Nationalpark Plitvicer Seen
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Nationalpark Plitvicer Seen!
Der Nationalpark ist der von der Fläche her größte Nationalpark Kroatiens und zugleich auch der älteste Nationalpark Südosteuropas. Er wurde 1949 gegründet und befindet sich im hügeligen Karstgebiet Mittelkroatiens unweit der Grenze zu Bosnien und Herzegowina, direkt an einer wichtigen Nord-Süd-Straßenverbindung, die das Landesinnere Kroatiens mit der mediterranen Küstengegend verbindet.

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Sonntag 24. Juni 2012, 18:40
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Beitrag Re: Nationalpark Plitvicer Seen
Adam


Adam schritt langsam durch den Wald. Seine Band war vor wenigen Tagen von einer großen Tour zurück gekehrt und Adam hatte sich von ihnen zurück gezogen, wie er es immer tat nachdem sie lange zusammen durch die Länder gereist waren, um sich wieder eine Weile ganz seinem Schreiben zu widmen.
Dieses Mal hatte es ihn ins schöne Kroatien verschlagen und Adam genoss die himmliche Ruhe hier im Plitvicer Seen Nationalpark. Nach so viel Energie und Gesellschaft sehnte er sich immer nach Ruhe, auch wenn er selbst eigentlich immer unter Strom stand. Hier unter den wunderschönen, grünen Bäumen und nah an vielen Seen fühlte er sich vollkommen ausgeglichen und auch für seinen kleinen, geflügelten Freund Gero gab es hier eine viel bessere Aussicht und Beute, als auf Adams Touren mit der Band.
Hier trieb sich Gero irgendwo rum, jagte und erfreute sich daran endlich wieder richtig frei fliegen zu können.
Adam ließ sich auf einen Felsen an einem der vielen Seen sinken und beobachtete wie sich das schwindende Sonnenlicht auf dem Wasser brach, während das Lied des Wasserfalls ihn weit fort trug. Schon nach kurzer Zeit nahm eine Geschichte in seinem Kopf Gestalt an. Er schloss die Augen und vor seinen Augen formten sich Bilder. Bilder von der Geschichte, die sich hier in den Wäldern abspielen würde und die das Leben einer Person vollkommen verändern würde.
Als ein lautes Kreischen zu hören war, riss Adam die Augen wieder auf und sofort war er wieder in der Wirklichkeit, doch einen Teil der Geschichte würde er heute Nacht mit Sicherheit schon schreiben.
Vor ihm zog Gero laut rufend seine Kreise und Adam rief den Falken auf seine Hand herab.
”Na mein Freund, was regst du dich so auf? Hast du endlich ein Mädchen für dich entdeckt und gehst mir jetzt ne weile nicht mehr auf den Wecker?” fragte er den Vogel grinsend und strich ihm sacht über das weiche, von der Sonne warme, Gefieder. Gero ließ nur noch einen Schrei ertönen und stieg wieder in die Lüfte, zog über Adams Kopf weiter seine Kreise.
Adam seufzte, denn er wusste, dass Gero keine Falkin gefunden hatte, sondern etwas anderes und das bedurfte anscheinend Adams Aufmerksamkeit. Langsam erhob er sich und folgte seinem Weggefährten zu einer kleinen Hütte. Adam rief Gero auf seine Hand und näherte sich nun langsamer der kleinen Behausung, vor der eine Frau die letzten Sonnenstrahlen genoss.
Die Frau, fast noch ein Mädchen, fühlte sich geschwächt an, was wahrscheinlich auch der Grund war, warum Adam ihre Seele oder ihre Lebensenergie nicht selbst wahrgenommen hatte.
Er räusperte sich leise und lächelte sanft, als die Frau aufschreckte, ihn mit großen Augen anstarrte und ihre Hände schützend um ihren Leib legte. Vorsichtig erspürte er die Seele und Energie der Frau genauer und entdeckte noch eine zweite Seele. Sie war Schwanger, doch man sah es noch nicht sehr und ihre Kleidung verbarg ihren Bauch. Adam nahm eine gelassene und nicht bedrohliche Haltung ein um die junge Frau nicht noch mehr zu erschrecken und entließ Gero wieder, der sich auf dem Dach der kleinen - und sehr schäbigen - Hütte nieder ließ.
Anscheinend hatte Gero sich hier schon die letzten Stunden aufgehalten. Langsam und bedächtig trat er noch einige Schritte auf die Frau zu, damit er sie nicht anschreien musste um mit ihr sprechen zu können.
”Hallo! Ich bin Adam, Sie brauchen keine Angst haben. Gero hat mich zu ihnen geführt, ich wollte sie nicht belästigen oder gar erschrecken.” sagte Adam mit sanfter, ruhiger Stimme und lächelte. Seine natürliche, warme und ruhige Aura um ihn herum wurde stärker und er spürte wie sie sich allmählich auch auf die schwangere Frau und ihr Baby - ihren Sohn - übertrug.
Langsam streckte er ihr seine Hand entgegen, die Handfläche nach oben und ihr zugewandt. Sie fühlte sich schwach und verletzlich an und Adam hatte Angst, dass sie vielleicht schon eine Weile nichts mehr gegessen hatte und dass die Anstrengung aufzustehen vielleicht schon zu viel sein könnte, denn ihre Schwäche war nicht unbedingt nur seelischer Natur.

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Montag 7. Oktober 2013, 18:08
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Beitrag Re: Nationalpark Plitvicer Seen
Yade.


Sie saß draußen in der Sonne, genoss die letzten Strahlen. Es wurde langsam kälter und auch die Sonne wärmte sie nicht mehr wirklich. Wieder durchfuhr ein Zittern ihren zarten Körper und sie strich sanft über ihren Babybauch, streichelte ihren geliebten Sohn.
Es fiel ihr unglaublich schwer, sich nicht einfach gehen zu lassen aber sie musste essen, essen für ihr Kind - um ihr Baby zu beschützen.
Ihr Kind war alles, was Yade noch hatte! Sanft streichelte sie ihren Bauch als leise Schritte neben ihr erklangen. Sie wäre fast aufgesprungen als sie den jungen Mann bemerkte, der sich ihr fast geräuschlos genährt hatte. Verdammt, wie hatte ihr das nur passieren können? Wieso hatte sie nicht besser aufgepasst!?
Behutsam umklammerte sie ihren Bauch und schloss für einen Moment die Augen.
"Schon okay..", sagte Yade leise und erhob sich, ohne dem Fremden - Adam - zu nah zu kommen! Ihre Finger umklammerten ihren Bauch, so war es immer, wenn sie sich in die Nähe von Menschen begab - sie musste einfach ihr Baby schützen, ihren geliebten Sohn.
"Ich danke euch aber ich komme ganz gut allein zu recht!", sagte sie abweisend, wenn auch leise und schüchtern. Doch die Ruhe die sie ergriff, gefiel ihr gar nicht. Yade wollte einfach das sie ging und sie einfach allein ließ.
"Ihr könnt ruhig gehen, es geht mir gut..", sagte sie leise und wollte sich gerade von dem Fremden abwenden, als sie über einen kleinen Stein rutschte und das Gleichgewicht verlor. Sie fing sich gerade so ab und rappelte sich schnell wieder auf.
Ihr Puls raste und ihre Augen, sowie ihre Haare färbten sich blau.. Sie starrte den jungen Mann einfach nur an, rührte sich keinen Millimeter..

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Montag 7. Oktober 2013, 18:34
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Beitrag Re: Nationalpark Plitvicer Seen
Adam



Adam lächelte sanft, als sie seine Hilfe ablehnte, und ließ seine Hand wieder sinken. Er half gern, doch er drängte seine Hilfe auch niemandem auf, der sie nicht wollte - zwang niemanden zu irgendwas.
Jeder Mensch hatte das Recht auf Selbstbestimmung und so würde er die junge Frau einfach lassen, selbst wenn sie seine Hilfe eigentlich gut hätte gebrauchen können.
"Ganz wie Sie wünschen!" antwortete Adam mit warmer Stimme und wandte sich gerade ab, als die Frau ausrutschte, sich in letzter Sekunde abfing und wieder aufrappelte. Der Sturz war nicht gut für sie gewesen, Adam konnte hören wie ihr Puls raste und sah wie sich ihre Augen und auch ihr Haar sich plötzlich blau färbten.
Adam hatte noch nie ein so strahlendes Blau gesehen, wie das ihrer Augen und ihrer Haare und doch war es wunderschön, ließ ihn sogar einen Augenblick vollkommen erstarren. Als er sich wieder gefangen hatte, legte er behutsam einen Arm um die Taille der jungen Frau, stützte sie und führte sie in ihre schäbige Behausung.
Sie war nicht glücklich darüber, aber sie musste unbedingt ins Warme und sie musste sich hinsetzen, erholen von ihrem beinahe Sturz.
Behutsam ließ er sie sich auf einen zerfransten, alten Sessel setzen und reichte ihr ein Glas Wasser, das er ihr aus einem Krug auf dem Tisch eingeschenkt hatte. "Trinken Sie etwas und versuchen sich zu beruhigen." wies er sie besorgt an und erspürte die ihre Verfassung wieder genau und die ihres Kindes.
Sie waren Beide geschwächt, aber die Frau kämpfte unglaublich um das Leben ihres Sohnes. Dafür bewunderte Adam sie. Genau wie seine Mutter, schien diese Frau alles für ihr Kind zu geben, selbst wenn es sie ihr Leben kosten würde.
Er lehnte sich etwas entfernt von ihr gegen den Tisch um ihr Raum zu geben und sie nicht noch mehr zu ängstigen.
"Wenn Sie es wünschen, gehe ich sobald Sie sich beruhigt haben, doch ich würde Sie gern zu einem Bekannten von mir bringen. Er wohnt nicht weit von hier und ist Heiler, er könnte nach Ihrem Kind sehen und auch nach Ihnen. Es geht ihnen Beiden nämlich nicht sehr gut." informierte Adam sie sachlich, aber freundlich.
Er hatte nicht vor ihr was aufzudrängen, letztendlich war es allein ihre Entscheidung, aber er wollte das sie wusste - auch wenn sie eine völlig Fremde war -, dass er ihr Helfen würde, sollte sie das wollen.

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Montag 7. Oktober 2013, 19:03
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Beitrag Re: Nationalpark Plitvicer Seen
Yade.

Steif stand sie da, schweigend. Ihre Finger strichen behutsam über ihren Bauch. Auch wenn die Begegnung mit Adam schon zwei Tage her war, ging er ihr einfach nicht aus dem Kopf. Auch wenn ihr Menschen eigentlich egal waren, so waren es seine Worte jedoch nicht gewesen! Sie wusste doch selbst, dass sie schwach war - viel zu schwach um ihr Baby zu bekommen - aber dass es deswegen auch so schlecht um ihr geliebtes Baby stand? Dass durfte einfach nicht wahr sein! Tränen liefen ihr stumm über die Wange. Das konnte doch einfach nicht sein, sie liebte ihr Baby doch! Ihr Sohn wuchs doch prächtig und musste einfach leben, auch wenn ihr Leben wahrscheinlich bald vorbei sein würde! Sie musste Adam einfach finden, Ihn bitten auf ihr Baby aufzu passen, wenn sie es nicht schaffen sollte. Sie kannte doch keinen Menschen mehr und hoffte einfach dass Adam sich um ihr Baby kümmern würde...
Yade schlang sich ihren Mantel fester um den Körper und klammerte ihre Hände um ihr Baby und schob die Tür hinter sich zu. Bevor sie begann durch den Wald zu laufen, einen Wald denn sie seit Tagen vielleicht sogar Wochen nicht verlassen hatte...
Noch einmal schloss sie die Augen am wasserfall, als urplötzlich leise Schritte hinter ihr ertönten...

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Donnerstag 10. Oktober 2013, 13:03
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Beitrag Re: Nationalpark Plitvicer Seen
Adam



Langsam wanderte Adam wieder durch die Wälder. Sein Buch machte sich prächtig und doch ging ihm die junge Frau und ihr ungeborenes Kind einfach nicht mehr aus dem Kopf. Sie würde das Baby verlieren, wenn sie sich nicht untersuchen ließ und eine bessere Ernährung bekam.
Seufzend schlug er wieder den Weg zum Wasserfall ein. Von dort aus würde er die schäbige Hütte auch ohne Gero wieder finden, der sich anscheinend heute wieder rum trieb. Adam hatte einen Korb mit Lebensmitteln - Obst, Gemüse, Joghurt und alles was sonst noch gut war für ihren Körper und ihr Ungeborenes - dabei, den er ihr einfach hinstellen würde, ob sie das jetzt wollte oder nicht. Er konnte es einfach nicht mit ansehen, dass die Frau so litt und wollte auch nicht das gleich zwei Leben ausgehaucht wurden, nur weil die Umstände der jungen Dame so schlecht waren. Egal was ihr passiert war, sie verdiente es einfach nicht so zu leben.
Doch soweit würde er gar nicht gehen brauchen, denn als er am Wasserfall ankam stand die junge Frau dort und sah aufs Wasser hinaus.
Die letzten zwei Tage hatten ihr nicht gut getan. Sie sah sehr blass aus und ihre Seele, genau wie die ihres Kindes, waren noch schwächer geworden. Leise aber vernehmlich trat er auf sie zu.
"Hallo!" sagte er sanft zur Begrüßung und lächelte sie sanft an als sie sich zu ihm wandte. Adam stellte den Korb auf einen nahen Felsen und trat behutsam näher an sie heran. Sie schien verzweifelt zu sein und hoffnungslos. Leise seufzte er und hoffte, dass seine Hilfe noch nicht zu spät kam.
Vorsichtig streckte er ihr seine Hand entgegen. Wenn er sie nur berühren würde, konnte er ihre Energie stärken, ihre Seele etwas heilen und sie vielleicht dann doch dazu bewegen mit ihm zu Mahela zu kommen, die sich um sie und ihr Ungeborenes würde kümmern können.
"Darf ich?" fragte er sie behutsam, als sie sich nicht rührte und deutete auf ihre Hand. Er wollte ihr doch nur helfen.

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Donnerstag 10. Oktober 2013, 13:29
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Beitrag Re: Nationalpark Plitvicer Seen
Yade.


Sie starrte ihn eine Weile entsetzt an. Gott, woher kam er denn jetzt auf einmal? Dass konnte doch alles nicht wahr sein. Yade hatte doch keine Ahnung, wie sie Adam danach fragen sollte..
Wie erklärte man auch einem bildfremden Mann, dass man wusste, dass man bald sterben würde und ihn bitten wollte, das Kind in ihrem Leib zu beschützen?!
Für einen unglaublich langen Moment schloss Yade einfach die Augen und versuchte die Tränen, die sich in ihren Augen gesammelten hatten, einfach runterzuschlucken. Kaum merklich schüttelte sie den Kopf und blickte dann wieder zu Adam.
"Es ist besser, wenn ihr das lasst..", sagte sie leise und wandte sich zu dem großen Wasserfall um. Sie umklammerte ihren Bauch fester, streichelte ihren ungeborenen Sohn. "Adam.. ich weiß, dass du genau wie ich weißt, dass mein Leben nicht mehr lange währen wird..", sagte Yade leise zu ihm, ohne ihn jedoch dabei anzusehen.
Es war schmerzlich für sie, zu wissen, dass ihr Baby ohne sie aufwachsen würde! Gott, dass durfte einfach alles nicht wahr sein. Sie liebte ihr Baby doch und wollte es ihr Leben lang beschützen, es behüten. Eigentlich war es nicht fair, schließlich hatte sie doch gerade ihre Freiheit wieder bekommen, die Chance auf eigenständiges und selbstbestimmtes Leben, und durfte doch jetzt ihr ungeborenes Würmchen allein lassen - ihr Sohn brauchte sie doch einfach!
Nun traten ihr die Tränen doch aus den Augen und sie schluckte schwer.
"Ich bitte euch.. beschützt..", murmelte sie und schaffte es doch nicht, allein der Gedanke daran war, als würde es sie umbringen, ihr kleines Baby in die Hände dieses Mannes geben zu müssen.. Es war doch ihr kleiner Liebling!
"Vergesst es..", murmelte sie und ließ sich auf dem Stein nieder. Yade lehnte sich an den Baum und schloss die Augen. Der Schmerz in ihr wurde schrecklich und sie merkte wie sich ihre Haare und ihre Augen wieder färbten.
Yade strich sich die Haare, die nun stand schwarz türkis über ihre Schulter fielen und versuchte sich zu beruhigen..

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Donnerstag 10. Oktober 2013, 14:03
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Beitrag Re: Nationalpark Plitvicer Seen
Adam



Adam starrte die junge Frau entsetzt an. Hatte sie ihn gerade wirklich fragen wollen, ob er ihr ungeborenes Kind beschützte und aufnahm, wenn ihr Leben bald vorbei war?! Das konnte doch nun wirklich nicht ihr Ernst gewesen sein.
Sie setzte sich auf einen Stein, lehnte sich an den Baum dahinter und ihre Haare färbten sich wieder in das wunderschöne Blau. Adam wusste das auch ihre Augen jetzt in diesem Blau erstrahlen würden und hätte sie nur zu gern wieder betrachtet.
So ein Blödsinn! Er schüttelte den Kopf und kniete sich neben sie. Sie würde ihr Kind weder verlieren, noch würde sie sterben, das würde er jetzt einfach verhindern - ganz gleich ob sie das so wollte oder nicht.
Eigentlich drängte er sich niemandem auf, aber er konnte doch die junge Frau und ihr Baby nicht einfach so ihrem Schicksal überlassen.
"Schhh... Beruhige dich!" flüsterte er ihr sanft zu und strich ihr, ohne ihre Haut zu berühren, vorsichtig eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ihre Augen waren voller Tränen, als er sie jetzt endlich sehen konnte und das ertrug er nicht. Eine Frau sollte niemals weinen und schon gar nicht aus diesen Gründen.
"Du wirst nicht sterben, ich helfe dir und deinem Kleinen!" erklärte Adam ihr und lächelte ihr aufmunternd zu. Adam schloss die Augen und legte nun doch eine Hand an ihre Stirn und eine auf ihren Bauch. Er würde ihr ein wenig mehr Kraft schenken und auch ihrem Ungeborenen, heilte ihre Seele ein wenig und schenkte ihr damit eine sanfte Ruhe.
Adam konnte spüren, wie sie langsam zur Ruhe kam und ihre Lebensenergie sich wieder ein wenig verstärkte. Langsam öffnete er die Augen und löste sich von ihr. Ihr und ihrem Kind ging es jetzt schon um einiges besser, doch sie musste sich unbedingt von Mahela untersuchen und helfen lassen.
Als Adam die junge Frau ansah, hatte sie die Augen geschlossen und ihr Atem ging tief. Er nahm den Korb, mit den Lebensmitteln, und stellte ihn neben sie. "Hier sind viele Dinge drin, die dir und deinem Kind gut tun werden. Mehr kann ich leider nicht für dich tun, aber wenn du mit zu Mahela - sie ist eine Heilerin meiner Rasse und auf Schwangerschaften spezialisiert - kommen würdest, könnte sie dir helfen wieder ganz auf die Beine zu kommen und dann brauchst du niemand anderen bitten dein Kind zu beschützen." erklärte er ihr sehr sanft und strich ihr noch einmal über den Bauch um das Baby zu spüren.
Der kleine Racker war gut gestärkt, nachdem Adam ihm viel von sich gegeben hatte und würde wahrscheinlich durchkommen, doch die junge Frau schien immer noch nicht außer Gefahr. Sie musste einfach zu Mahela!
Langsam erhob er sich und brachte etwas Abstand zwischen sich und die Frau - die ihm immer noch nicht ihren Namen genannt hatte. Er hätte sie ja einfach mit genommen, doch er wollte sie einfach nicht zwingen auch wenn sie noch so sehr medizinische Hilfe brauchte.
"Iss nur! Ich kann dir noch mehr mitbringen wenn du möchtest!" ließ Adam sie wissen, lächelte und setzte sich ihr gegenüber.

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Donnerstag 10. Oktober 2013, 14:38
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Beitrag Re: Nationalpark Plitvicer Seen
Yade.


Für einen Moment schloss sie die Augen und strich über ihren Kugelrunden Bauch, streichelte ihren Sohn. Es würde nicht mehr lange dauern, da würde sie wehen kriegen und ihr kleiner Junge würde das Licht der Welt erblicken. Adam war in den letzten Tagen oft bei ihr, veruschte ihr Hoffnung zu machen aber Yade wusste nun einfach einmal, dass ihre letzte Stunde geschlagen hatte und ihr Sohn ohen sie aufwachsen würde müssen. Vielleicht war es auch das Beste für ihren kleinen Jungen, ihr geliebtes Baby!
Ja, sie würde ihr Kind so gern aufwachsen sehen, sehen wie er zu einem gutmütigen und gerechtem Mann wurde, wie der Mann, der ihr ihre Freiheit geschenkt hatte!
Im Augenblick dachte sie oft an diesen Mann und an den Moment der Geburt ihres Sohnes, sie hoffte wenigstens einmal in sein Gesicht sehen zu können, wenigsten einen Augenblick mit ihrem Sohn zu bekommen. Doch sie wusste, dass sie Wahrscheinlichkeit gering war und langsam hatte sie sich schon damit abgefunden, ganz im Gegensatz zu Adam! Er wollte noch immer, dass sie sich helfen ließ, zu ließ ihr Leben zu retten..
Nein, das würde sie nicht tun! Es gab diese Chance einfach nicht mehr und lieber starb sie jetzt, schmerzlos und in dem Gewissen, dass ihr geliebtes kleines Würmchen in Sicherheit war, als später und dann ihr Kind in eine schutzlose Welt zu entlassen.
Sie wusste, auch wenn Adam sich gegen diesen Gedanken wehrte, würde er ihren Sohn - ihren kleinen David - beschützen und behütet, vielleicht sogar mit seinem Leben. Und doch, auch wenn sie viel von Adam hielt - er ein guter und liebevoller Mensch war - so hielt sie seine Nähe doch nicht lange aus. Sie hielt eigentlich gar keine Nähe aus, es war für sie der blanke Horror unter Menschen zu sein, genau das war auch der Grund warum sie den Nationalpark nie wieder verlassen hatte, nach dem ihr Retter sie hierher gebracht hatte.
Für einen Augenblick schloss sie die Augen und atmete tief ein. Mit jedem Tag mehr, merkte sie ihre Erschöpfung und das Ende ihres Körpers. Ja, sie war eigentlich schon lange am Ende und ihr Körper zeigte dies nun nur all zu deutlich. Gott, sie war froh, wenn all das hinter ihr lag und ihr Sohn endlich sicher und gut behütete aufwachsen würde - wenn auch ohne sie!
"Du wirst es gut bei Adam haben, kleiner Schatz! Er wird auf dich aufpassen, weil deine Mama das bald nicht mehr kann..", murmelte sie ihren kleinen Liebling zu und ließ sich dann wieder auf dem Stamm der hinter ihr lag nieder.
Es würde nicht mehr lange dauern, dass wusste sie genau, sie spürte ihren Sohn immer deutlicher und mit jeden Tag, den ihr Sohn wuchs und schwerer wurde, wusste sie, dass seine Chance besser wurde zu überleben...
Als sie leise Schritte hinter sich hörte, zuckte sie zusammen, so sehr war sie in ihren Gedanken versunken gewesen. Nur langsam drehte sie sich um und erblickte dann Adam, der lächelnd auf sie zu trat..

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Mittwoch 13. November 2013, 10:53
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Adam


Langsam schritt Adam den, mittlerweile gut bekannten, Weg zu Yades Versteck entlang und dachte dabei über die letzten Wochen nach. Er war fast jeden Tag bei ihr gewesen, hatte versucht sie zu stärken, sie zum kämpfen zu bewegen und das sie sich endlich von Mahela behandeln zu lassen, doch leider ohne Erfolg.
Zwar hatte Adam ihr und ihrem ungeborenen Sohn immer wieder Lebensenergie übertragen und sie damit am Leben erhalten, aber ihr Körper war doch zu sehr geschwächt und alleine würde er sie wahrscheinlich nicht retten können. Er schüttelte den Kopf. Daran wollte er noch gar nicht denken.
Der Kleine würde seine Mutter brauchen und das musste auch sie endlich einsehen, denn lange konnte es bis zur Geburt nicht mehr dauern und dann würde sie sich entscheiden müssen. Er selbst konnte das kleine Würmchen vielleicht beschützen, aber das wars dann auch schon, denn schließlich gab er weder Milch, noch würde er dem Kleinen irgendwelche mütterliche Zuwendung geben können. Dafür war er einfach nicht geschaffen, war er ja schließlich ein Mann.
Als er langsam der Stelle näher kam, an der er Yade sitzen spürte, beschleunigte er seine Schritte, denn sie war schon wieder schwächer als gestern und das machte ihm Sorgen.
Mahela hatte ihm erklärt, dass sie so vielleicht die Geburt nicht einmal erleben wird und der Kleine es nur schwer schaffen würde wenn seine Mutter schon am Anfang seiner Geburt starb. Allerdings schien Yade das alles gar nicht zu interessieren. Sie wartete einfach nur auf ihr Ende und meinte wohl er würde das schon alles erledigen. Dass ihr Sohn aber seine Mutter brauchen könnte, daran schien sie nicht zu denken und auch nicht daran, dass der Kleine es vielleicht gar nicht auf die Welt schaffte, wenn sie sich nicht endlich helfen ließ.
Als Adam sie fast erreicht hatte, erschrak Yade und drehte sich zu ihm um. Ganz offensichtlich war sie wieder tief in Gedanken gewesen, wie so oft in den letzten Tagen. Adam lächelte sanft und trat zu ihr, kniete sich neben sie und stellte den Verpflegungskorb ab.
"Hallo! Wie geht es euch heute?" stellte er die obligatorische Frage, die er ihr jedes Mal stellte. Natürlich hätte er das nicht brauchen, denn er wusste es sowieso - während ihr Sohn an Kraft gewann, wurde sie immer schwächer -, dennoch fragte er sie immer um ihr die Möglichkeit zu geben selbst zu antworten.
Sacht strich Adam über den runden Bauch und ertastete die Lage des Kindes, wie Mahela es ihm gezeigt hatte. So konnte er wenigstens feststellen ob das Kind für die Geburt richtig lag und was er weiter tun konnte, um beide Lebend durch die Geburt zu bekommen. Zu ihrem Glück lag der Kleine bereits mit dem Kopf nach unten und es würde zumindest damit keinerlei Probleme geben.
"Bald ist es soweit Kleiner, wenigstens hast du dich schon mal auf deinen großen Auftritt vorbereitet." murmelte Adam dem Kleinen zu und richtete sich dann wieder auf. Er betrachtete Yade genau und hob dann das Tuch von seinem Korb. "Es ist viel Obst dabei und Brot. Aber ich habe dir auch eine Salbe von Mahela mitgebracht. Die Kräuter darin sollen dich entspannen und besser schlafen lassen. Vor allem aber sollen sie dir mehr Ruhe später bei der Geburt bereiten, damit es für deinen Körper weniger anstrengend ist." erklärte er ihr fachlich und zeigte ihr die kleine Dose. Als er ihr in die Augen sah, sah er wieder die Traurigkeit und den Schmerz. Sie wollte ihren Sohn aufwachsen sehen, aber der Tod war für sie einfach zu verlockend.
Er kannte diesen Blick nur zu genau, hatte er ihn doch nicht bei ihr das erste Mal gesehen, sondern schon weit bevor sie sich überhaupt begegnet waren. Doch er würde trotzdem alles tun um sie und ihr Kind zu retten.
"Ich weiß du glaubst, dass du es nicht schaffst, aber ich werde dir helfen. Dein Sohn wird dich brauchen und du brauchst auch ihn. Ich sehe es jeden Tag, wie sehr du ihn liebst und wie sehr du dir wünscht ihn aufwachsen zu sehen und ich kann einfach nicht dabei zusehen das es euch genommen wird. Dein Sohn würde das auch nicht wollen. Du musst niemanden sehen oder dich wieder in die Städte dieser Welt begeben, das verlangt niemand von dir aber du musst für deinen Sohn kämpfen." sagte er sehr sanft und sah sie dabei fest an.
"Ich kann deinen Sohn beschützen und das werde ich auch tun, mit meinem Leben wenn es sein muss, aber ich kann ihm niemals die Liebe einer MUTTER ersetzen. Nur du kannst ihm diese Liebe und Geborgenheit geben. Und leider muss ich dir sagen, was Mahela mir gestern Abend gesagt hat: Wenn du bis zur Geburt nicht wenigstens ein wenig mehr an Lebenskraft gewinnst, werdet ihr BEIDE es nicht schaffen und dein Sohn wird tot zu Welt kommen und auch ich kann ihn dann nicht mehr retten. Ich habe mir von Mahela alles erklären lassen, damit du den Wald nicht verlassen musst, aber du musst mich das auch tun lassen, sonst gibt es vielleicht für keinen von euch Beiden eine Chance.." die Letzten Worte waren ihm sehr schwer gefallen, denn er hasste es nichts tun zu können und es einfach geschehen zu sehen.
Adam schloss ihre viel zu kalten Hände in seine und versuchte sie wenigstens mit seinem Drachen zu wärmen, wenn er schon nicht viel anderes tun konnte.

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Mittwoch 13. November 2013, 11:38
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